Floristische Datenbanken und Herbarien in Mecklenburg-Vorpommern
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Rote Liste & Checkliste

 

Die Rote Liste gibt es in vollständiger Fassung als PDF-Datei.  Rote Liste Flechten  

Hier sehen Sie nur das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung.

 

Inhaltsverzeichnis

 1 Einleitung ......................................................................................................
 05
 2 Flechtenfloristische Erforschung Mecklenburg-Vorpommerns ....................... 06
 3 Verbreitung von Flechten in Mecklenburg-Vorpommern ............................... 08
 4 Methodik zur Erstellung der vorliegenden Roten Liste ................................. 15
 5 Checkliste und Rote Liste der Flechten Mecklenburg-Vorpommerns ............ 22
 6 Nomenklatorische Änderungen, Fehlangaben, ungeklärte Angaben ............  46
 7 Bilanz der Roten Liste der Flechten Mecklenburg-Vorpommerns...................  49
 8 Ausblick ........................................................................................................  51
 Literaturverzeichnis ......................................................................................... 53

 

Einleitung

Flechten sind symbiontische Lebensgemeinschaften, in denen ein Pilz (Mycobiont)

und mindestens ein Photosynthese betreibender Partner (Photobiont) zusammenwirken.

Man spricht auch von lichenisierten Pilzen. Durch die Lichenisierung gelingt es den beteiligten Pilzen, ihre Versorgung mit Kohlenhydraten zu sichern. Die Mycobionten können getrennt von den Photobionten kultiviert werden, aber in der Natur nicht ohne die Photobionten existieren. Die Lichenisierung hat sich mehrfach im Verlauf der Evolution herausgebildet, aufgrund der polyphyletischen Entwicklung sind Flechten eine taxonomisch heterogene Gruppe. Meist sind Ascomyceten (Schlauchpilze) als Mycobionten beteiligt, in einigen wenigen Fällen sind Basidiomyceten (Ständerpilze) lichenisiert. Die Photobionten (Grünalgen oder Cyanobakterien) können getrennt von den Mycobionten leben, sind aber in der Symbiose vor stärkeren Schwankungen abiotischer Parameter geschützt. Die Symbiose verbessert die Überlebensmöglichkeiten der beteiligten Partner.

Flechten begegnen uns an sehr vielen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, sie faszinieren durch auffällige Farben und Formenvielfalt beispielsweise an den Gesteinen alter Mauern und Kirchen, an Alleebäumen oder auch auf Dünen an der Küste. Sie sind ästhetisch ansprechend und begeistern bei näherer Betrachtung.

Da man im alltäglichen Leben aber oftmals nur das wahrnimmt, was einem vertraut und bekannt ist und viele Dinge übersieht, bleibt vielen Menschen die Welt der Flechten verschlossen. Dies mag auch eine Ursache für die oftmals unzureichende Beachtung der Flechten im Naturschutz sein. Gleichwohl gibt es schützenswerte Biotope und FFH-Lebensräume, bei denen Flechten zur Charakterisierung des Zustands vor Entscheidungen im Naturschutz herangezogen werden sollten. Dies liegt auf der Hand bei flechtenreichen Silbergras-Pionierfluren oder Sandmagerrasen, Alleen und Blockstränden, ist bei Wäldern aber oftmals ebenso wichtig. Flechten sind nicht nur in Hinblick auf Veränderungen der Standorte und der Landnutzung ein sensibles und äußerst empfindlich reagierendes System, sondern reagieren auch auf Luftverunreinigungen und Veränderungen des Mikroklimas.

Ergebnisse bisheriger Kartierungen, Literatur- und Herbarauswertungen, die in einer FLOREIN-Datenbank gespeichert sind, waren die Grundlage für die Erarbeitung der vorliegenden Roten Liste der Flechten Mecklenburg-Vorpommerns, die zugleich eine neue Checkliste der bisher in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesenen Arten ist. Wir richteten uns bei der Erarbeitung der vorliegenden Liste nach den neueren Arbeiten zur methodischen Herangehensweise bei der Erstellung Roter Listen, waren aber aufgrund des Kenntnisstandes nicht in der Lage, alle wünschenswerten Zusatzinformationen zu berücksichtigen. Während die 1996 erschienende erste Fassung der Roten Liste 523 Taxa enthielt, wurden in der vorliegenden Roten Liste und Checkliste der Flechten Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt 650 Taxa berücksichtigt. Großer Wert wurde nicht nur auf die Angabe von Letztnachweisen für ausgestorbene oder verschollene Arten gelegt, sondern auch auf eine Dokumentation der Erstnachweise sowie taxonomischer und nomenklatorischer Änderungen. Die Gefährdung wurde auf der Grundlage der aktuellen Bestandssituation und des Bestandstrends ermittelt. Die vorliegende Arbeit schließt mit einer Bilanzierung und Zusammenstellung der relevanten Literatur ab.