Floristische Datenbanken und Herbarien in Mecklenburg-Vorpommern
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Die Vegetationsdatenbank des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Die Vegetationsdatenbank Mecklenburg-Vorpommern, die einen Großteil der in den letzten 50 Jahren erhobenen und veröffentlichten oder in grauer Literatur verfügbaren Aufnahmen nach Braun-Blanquet aus diesem Bundesland umfasst, ist mit derzeit gut 52.000 Aufnahmen die größte Vegetationsdatenbank in Deutschland und eine der größten weltweit (Ewald 2001)

Initiator der Datenbank ist Dr. Christian Berg.

 

Anfang der 90er Jahre wurde deutlich, dass für die gewünschte (pflanzensoziologische) Neubearbeitung der Vegetation Mecklenburg-Vorpommerns eine Datenbank aller verfügbaren Aufnahmen (keine Auswahl „gesättigter“ Bestände) notwendige Voraussetzung war. Durch die Schaffung von ABM - Stellen für insgesamt 5 (ungelernte) Arbeitskräfte in den Jahren 1994 und 1997 am Staatlichen Amt für Umwelt- und Naturschutz Rostock (Dr. Christian Berg). Im Jahr 1998 gründete sich eine Landesarbeitsgruppe Vegetationskunde, in der seitdem die methodischen Vorgaben des Projektes beschlossen werden. Die Bearbeitung erfolgte in Tabellen für jeweils mindestens eine Klasse, so dass zum Teil recht große Tabellen zu bearbeiten waren (so etwa beim Grünland 6200 Aufnahmen). Nur so war eine konsistente Bearbeitung möglich. In einem zweiten Schritt erfolgte ein Abgleich zwischen den Klassen. Der resultierende Tabellenband zeigt Trenn-, Kenn- und stete Arten für alle Ebenen und eine Gesamtklassentabelle, in der für jede (alphabetisch aufgelistete) Art ihr Kennwert getrennt nach Offenland und Gehölzvegetation aufgelistet ist.

 

Die Datenbank liegt physisch auf einem Server im Botanischen Institut der Universität Greifswald und wird mit der Software TurboVeg für Windows verwaltet.

Neben den eigentlichen Aufnahmen sind in den Originaltabellen direkt ersichtliche Kopfdaten, wie Deckungsgrad, Aufnahmeflächengröße und Datum in die Datenbank aufgenommen worden. Trotzdem gibt es z.B. derzeit nur für etwa 28.000 Aufnahmen Angaben zur Flächengröße.

Darüber hinaus gehende Angaben zu den abiotischen Standortsverhältnisse sind (außer Ortsangaben in Form von Messtischblattquadranten bei 44.100 Aufnahmen) bisher so gut wie nicht vorhanden (400 Angaben zur Bodenart, 30 zum pH-Wert).

 

 
Spatial distribution of located relevés in Mecklenburg-Vorpommern that were used in the classification in Berg et al. 2001 & 2004. The quantity of relevés per grid cell (approximately 5 x 5 km = MTB quadrant) is given in a steplike display

Berg, Christian; Jürgen Dengler & Anja Abdank (2001): Die Pflanzengesellschaften Mecklenburg Vorpommerns und ihre Gefährdung - Tabellenband. - Jena: Weissdorn, 341 S.


Berg, Christian; Jürgen Dengler & Anja Abdank, Maike Isermann (2004): Die Pflanzengesellschaften Mecklenburg Vorpommerns und ihre Gefährdung - Textband. - Jena: Weissdorn

Renzensionen

Die Pflanzengesellschaften Mecklenburg-Vorpommerns - TabellenbandDie Pflanzengesellschaften Mecklenburg-Vorpommerns - Textband

 

Nach dem Abschluss der pflanzensoziologischen Bearbeitung der Daten im Herbst 2001 ist neben der Pflege der Datensätze und dem Austausch mit anderen Datenbanken die Bearbeitung mit anderen vegetationsökologischen Methoden vorgesehen, bzw. im Gange. So ist die Datenbank um 1500 Aufnahmen des trockenen Grünlandes aus Brandenburg erweitert worden, um diese mit Hilfe ökologisch-soziologischer Artengruppen in standörtlich repräsentative Gesellschaften zu gliedern (zur Methode s. Koska u. a. 2001). Dafür ist die Ergänzung der Datensätze um aussagekräftige abiotische Daten unverzichtbar.

 

Im Rahmen von zukünftigen Forschungsprojekten, Diplom- und Doktorarbeiten sollen in Zukunft Vegetationsaufnahmen direkt in die Datenbank eingegeben werden. Die Eingabe von ca. 100.000 im Rahmen der Forstlichen Standortskartierung erhobenen Aufnahmen mit ausführlicher Standortscharakterisierung ist wünschenswert.

 

zitierte Literatur:

Ewald, Jörg (2001): Der Beitrag pflanzensoziologischer Datenbanken zur vegetationsökologischen Forschung - Ber. R.-Tüxen Ges., 13: S. 53-69. Hannover:

Wisskirchen, Rolf & Henning Haeupler (1998): Standardlisten der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands - Mit Chromosomenatlas von Focke Albers. - Stuttgart (Hohenheim): Ulmer, 765 S.

 

Koperski, Monika (2000): Referenzliste der Moose Deutschlands : Dokumentation unterschiedlicher taxonomischer Auffassungen - Unter Mitarb. von Matthias Ahrens und Gerhard Ludwig. = Schr.reihe Veg.kd. Bd. 34. 6 - Münster: Landwirtschaftsverl.

 

Scholz, Peter (2000): Katalog der Flechten und flechtenbewohnenden Pilze Deutschlands. - München: Landwirtschaftsverlag, 298 S.

 

Koska, Ingo & u. a. (2001): Vegetationskundliche Kennzeichnung von Mooren. - IN: Michael Succow; Hans Joosten (Hrsg.): Landschaftsökologische Moorkunde. S. 112-184. Stuttgart: Schweizerbart